Agrigento – Im Tal der Tempel

Agrigento – Im Tal der Tempel

12. Oktober 2021 0 Von Hans

12. Oktober 21, Sizilien – Agrigento, Tag 480, 3379 sm von Stavoren

Heute stand ein Ausflug in die Antike an. Mit dem Mietwagen ging es in das 45 km entfernte Agrigento. Wie aus einer längst versunkenen Zeit erheben sich die Prachtbauten der antiken Stadt Akragas auf einem steil aufragenden Felskamm. Die Valle die Templi oder auch Tal der Tempel genannt, ist seit 1984 UNESCO-Weltkulturerbe und eine der Hauptattraktionen Siziliens.

Am östlichsten und höchsten Punkt steht der zwischen 460 und 440 v. Chr. erbaute Hera-Tempel. Mit seinen 6 Säulen an den Schmal- und 13 an den Längsseiten entspricht er den Proportionen der klassischen griechischen Tempel.

Von hier aus lässt sich auch der Verlauf der antiken Stadtmauer nachvollziehen, die, teils aus dem Felsen herausgearbeitet, teils aufgemauert, den natürlichen Geländeabfall nutzt.

Von hier oben hat man einen wunderschönen Ausblick auf das Meer und die umliegende Landschaft.

Folgt man dem breiten antiken Boulevard kommt man schnurstracks zum Concordia-Tempel. Der Concordia-Tempel ist einer der vollständigsten Tempel der gesamten griechischen Welt. Seinen verblüffend guten Zustand verdankt er dem Umstand, dass er im 7. Jh. in eine christliche Basilika umgewandelt wurde. Im 18. Jh. gab man ihm sein ursprüngliches Aussehen zurück und so vermittelt er heute wie kein zweiter auf Sizilien das Bild eines dorischen Tempels.

Vorbei an einer frühchristlichen Nekropole gelangt man zum archaischen Herakles-Tempel (um 500 v. Chr.). An den Anfang des 20. Jh. wieder aufgerichteten Säulen lassen sich noch Reste von Putz erkennen. Kein strahlender Marmor, sondern gekalkter und bunt bemalter Kalk- oder Sandstein leuchtete den antiken Besuchern entgegen.

Einem Garten Eden gleicht der Giardino della Kolymbetra – ein wasserreiches, fruchtbares Tal, dass zum Picknick einlädt. Man flaniert durch üppige Zitronen- und Orangenhaine, aber es wachsen auch Oliven-, Johannisbrot- und Eukalyptus-, Mandel-, Feigen- und Granatapfelbäume sowie eine duftende Macchia-Vegetation.

Ein Besuch der Altstadt von Agrigento rundete den Tagesausflug ab. Die unter den Arabern entstandene fußgängerfreundliche Altstadt ist noch heute ein labyrinthisches Gewirr steiler Gassen und Treppen.

Ein Teil der Stadt wurde von Künstlern farbenfroh gestaltet und gibt dem morbiden Charme der Gassen einen richtigen Hingucker.

Von hier oben hat man ebenfalls einen herrlichen Blick auf das nahgelegene Mittelmeer.