Tapetenwechsel

Tapetenwechsel

9. September 2021 0 Von Hans

09. September 21, Mahon – Menorca, Tag 443, 2812 sm von Stavoren

Nach 72 Tagen auf Mallorca haben wir nun endlich das Wetterfenster gefunden, um dieser schönen Insel den Rücken zu kehren. Unser Ziel Mahon auf Menorca ist zwar für uns nur ein Zwischenstopp auf dem Weg über Südsardinien nach Sizilien, verkürzt die Strecke aber um rund 50 sm.

Zusammen mit der GLEC haben wir am Dienstagmorgen um 9:00 Uhr den Anker in Porto Colom gelichtet und direkten Kurs auf Mahon angelegt. Anfangs noch unter Maschine konnten wir nach 3 Stunden Fahrt endlich die Segel setzen. Mit durchschnittlich 6 kn haben wir die Strecke von knapp 60 sm in 9,5 Stunden zurückgelegt. Das war mal wieder ordentliches Segeln. Als um 18:45 Uhr der Anker in der Cala Teulera fiel, waren wir ein wenig geschafft, sind wir doch schon lange nicht mehr so eine lange Strecke am Stück gesegelt. Mit dem ersten Anlegerbier haben wir nur noch die herrliche Umgebung genossen und sind dann todmüde in die Koje gefallen.

Tags darauf stand der Besuch der Hafenstadt Mahon an. Stadtbesichtigung mit anschließender Besorgung von Grundnahrungsmitteln im dortigen Mercadona. Allein schon die Fahrt mit dem Dinghy von unserer Ankerbucht in diesen, tief in das Land einschneidenden Fjord war schon ein Erlebnis. Mahon ist nach Hawaii der zweit größte Naturhafen der Welt. Am Ende dieses Fjordes liegt die Stadt mit seinen Hafenanlagen, wo ab und an große Kreuzfahrtschiffe aber auch kleine Boote anlegen.

Hoppla haben wir uns etwa verfahren, sind wir in Kopenhagen gelandet?

Auf den Weg dahin findet man an den Ufern entlang eine alte Wehranlage neben der anderen. Dieser Hafen war wohl früher einer der bestgesicherten Häfen im ganzen Mittelmeer.

Die Stadt hat uns sehr gefallen. Noch sehr ursprünglich, nicht so touristisch überladen ist sie an einem steilen Berghang angelegt. In der Oberstadt flaniert man durch die Altstadt mit vielen schönen Gassen und Plätzen. Erst jetzt realisierten wir, dass nur wenige Geschäfte geöffnet hatten, viele Einheimische aber in Cafés und Restaurant saßen und den Tag genossen. Was wir nicht wussten, war, dass auf Menorca zwei Feiertage waren und die meisten Geschäfte, auch der Mercadona geschlossen hatten. Also sind wir den ganzen Tag bis spät in den Abendstunden mit leerem Trolly und Rucksack durch die Stadt gelaufen und haben uns gleich in mehreren Gaststätten Tapas und Bier schmecken lassen.

Erst gegen 22:30 Uhr sind wir dann wieder zum Hafen zurückgekehrt. Die rund 20 minütige Fahrt mit dem Dinghy zurück in stockfinsterer Nacht war nicht nur nass, weil wir gegen Wind und Welle fahren mussten, sondern auch ein wenig aufregend, weil man nur wenige Meter weit schauen konnte. Dennoch hat uns Gordon sicher zurück in die Ankerbucht zu unseren beiden Schiffen GLEC und BIJOU gebracht.

Heute werden wir uns in aller Ruhe auf die fast 200 sm lange Überfahrt nach Sardinien vorbereiten. Wir werden die vorgelagerte Insel Isola di San Pietro im Süden Sardiniens ansteuern und für die Strecke etwa 35 – 40 Stunden benötigen. Wenn alles klappt, werden wir Samstagnachmittag dort ankommen. Hoffentlich spielt das Wetter mit. Mit vereinzelten Regenschauern eventuell mit Gewittern müssen wir wohl rechnen. Wenn das Wetterrouting so stimmt wie angesagt, sollte es mit raumen Winden eine flotte Überfahrt werden – drückt uns die Daumen. Hoffentlich bis bald aus „Bella Italia!“