Castelsardo

Castelsardo

22. August 2022 0 Von Hans

21.08.22, Sardinien, Castelsardo, Tag 793, 4164 sm von Stavoren

Wie wir gehofft hatten, war unser Liegeplatz sehr geschützt und die für Freitag angekündigten Gewitter und Starkregenfälle sind weitestgehend ausgeblieben. Zwar wehte ein kräftiger, bis stürmischer Wind und es gab ein paar kurze Schauer, aber das war es dann auch. Auf See hatte der Mistral aber eine ordentliche See von über 2 m aufgebaut. Imposant vom sicheren Hafen aus zu beobachten, mit der BIJOU musste man aber jetzt nicht dort draußen sein.

Unser Liegeplatz hatte, wie sich herausstellte, gleich mehrere Überraschungen zu bieten.

Zum einen brauchten wir keine Liegegebühren bezahlen, da der Kai von der Gemeinde verwaltet wurde. Nachteil der kommunalen Häfen ist, dass man keinen Wasser- und Stromanschluss hat. Die netten Marineros gaben uns aber dennoch aus der Marina Strom und Wasser – der Grund war wohl, dass sie uns einen Liegeplatz zugesagt hatten, der Hafen aber (wohl wegen des angekündigten Wetters) rappelvoll war.

Zum anderen lagen wir direkt vor einem gut sortierten Supermercado. Hier konnten wir die Vorräte mal wieder problemlos auffüllen. Wo kann man schon mit dem Einkaufswagen direkt zur BIJOU fahren.

Am Samstag war dann mal wieder groß Reinemachen angesagt. Der Regen hatte die BIJOU mal mit einer roten Schicht Saharasand eingedeckt. Erst am späten Nachmittag fanden wir die Zeit, die „Unterstadt“ von Castelsardo zu erkunden. Insbesondere der Blick auf die noch aufgewühlte See war sehr beeindruckend. Den Abend haben wir in einem eher unscheinbaren Restaurant direkt neben dem Supermercado bei einer ganz hervorragenden Fischplatte ausklingen lassen.

Für Sonntagmorgen stand an, die BIJOU für die Weiterfahrt nach Alghero und dann rüber nach Menorca klarzumachen. Das Dinghy musste an Deck verstaut werden. Eigentlich kein großer Akt, hatte ich doch mit Matze das Dinghy gründlich gereinigt. Obwohl das Dinghy über 5 Wochen im Wasser lag, waren nur sehr vereinzelt Seepocken am Rumpf.

Aber was war denn jetzt passiert? Von unserem weißen Rumpf war nichts mehr zu sehen. Der gesamte Rumpf war mit Seepocken überzogen. Eine schweißtreibende Arbeit stand bevor. Mit viel Geduld, einem Plastikspachtel und viel Süßwasser musste Pocke für Pocke abgekratzt werden. Nach über 3 Stunden Arbeit sah das Dinghy wieder halbwegs manierlich aus.

Für den Nachmittag stand dann die Besichtigung der Altstadt an. Da der Fußweg von der Marina bis zur Unterstadt gut 20 Minuten dauerte und dann der Aufstieg sich über lange, steile Treppen bis hinauf zum Castell zog, beschlossen wir, für die Hinfahrt den Bus zunehmen. Auch dieser hielt direkt vor unserer BIJOU.

Castelsardo-Unterstadt

Schon die Fahrt mit dem Bus zum Castell war ein Erlebnis. Durch schmale Gassen ging es über Serpentinen steil hinauf zur Burg. Oben angekommen, bot sich ein fantastischer Blick auf die Marina, das Meer und auf das Hinterland.

Der Spaziergang durch die Altstadt war allemal die Fahrt wert. Winzig schmale Gassen führten uns zur Cathedral, dem Castello, vorbei an Läden mit typisch nordsardischen Handarbeiten und urgemütlichen kleinen Restaurants und Cafés.

Den Rückweg zur Marina haben wir dann per Pedes angetreten. Für mich erstaunlich, wie gut Geli schon wieder zu Fuß ist.