Ab in den Urlaub …

Ab in den Urlaub …

22. November 2022 0 Von Hans

17.11 – 19.11.22, Granada, Tag 883, 150 km von Almerimar

Ja, ihr habt richtig gelesen – wir machen mal für ein paar Tage Urlaub und wollen uns einmal Granada anschauen. Also, Wetterberichte zwei Wochen vorher studiert (wollen ja, wenn wir schon mal verreisen auch schönes Wetter haben), Mietwagen, Hostel, Parkhaus und den Besuch der Alhambra gebucht. Als alles organisiert war, sahen die Wetterprognosen gar nicht mehr so gut aus. Ein ordentliches Sturmtief hatte sich gebildet und zog genau zu unserer geplanten Reise über Andalusien hinweg. Nicht nur, dass für Granada viel Regen angesagt war, es sollte auch mit über 50 kn Wind aus West über Almerimar hinwegpusten. So ein Mist 😢 . Können wir denn gleich beim ersten Herbststurm die BIJOU allein lassen? Macht es überhaupt Sinn, Granada bei den vorhergesagten Regengüssen zu besichtigen?

Da unsere Nachbarn rechts und links von der BIJOU uns zugesichert hatten, ein Auge auf unser Schiff zu werfen, alles Gebuchte schon bezahlt war und treu dem Motto: Schlechtes Wetter gibt es nicht nur schlechte Kleidung, haben wir uns entschlossen unseren Urlaub anzutreten.

Unseren Mietwagen hatten wir schon am Abend zuvor bekommen und so ging es früh am Donnerstagmorgen bei wolkenlosem Himmel los 😊. Schon nach wenigen Kilometern, gleich hinter El Ejido ging es dann auch schon hoch in die Berge der Sierra Nevada. Eine traumhafte Landschaft tat sich auf. Die Straßen wurden immer schmaler und Kurven gingen in Serpentinen über. Was für Ausblicke, hinter jeder Kurve hätte man anhalten und sich kaum satt sehen können.

Und hier muss an dieser Stelle auch mal ein Lob auf die spanische Infrastruktur ausgesprochen werden. Selbst die schmalsten Straßen sind in einem top Zustand. Kein Vergleich zu Italien, da kann man sich auch bei uns zu Hause eine Scheibe von abschneiden.

Unsere Tour durch die Sierra Nevada hatte ihren Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes beim Besuch des Bergdorfes Trevélez. Hier in Trevélez ist der Himmel nah und die Luft frisch und klar. Das Bergdörfchen in den Alpujarras klebt wie ein weißes Schwalbennest am Südhang der Sierra Nevada – dem höchsten Gebirge der Iberischen Halbinsel. Das Dorf in der Provinz Granada wirbt nicht umsonst damit, das höchste Dorf Spaniens zu sein – es liegt auf 1.476 m Höhe. 

Wer von Trevélez spricht kommt nicht umhin, von Serrano-Schinken zu sprechen. Bereits das Ortseingangsschild lässt keinen Zweifel daran, dass „»Jamón« hier eine bedeutende Rolle spielt. Dass Trevélez das Schinkendorf schlechthin ist, dürfte auch dem nicht eingeweihten Besucher kaum entgehen. Allerorten sind Trockenspeicher von Schinkenherstellern zu finden. Hier reifen jedes Jahr Tausende von Exemplaren des legendären Jamón Serrano heran.

Die hier ganzjährig wehenden kühlen und trockenen Winde bieten ideale Voraussetzungen zur Herstellung luftgetrockneter Schinken. Der beliebte Jamón Serrano wird zwar in vielen Bergdörfern Andalusiens hergestellt, doch steht der aus Trevélez im Ruf, der beste zu sein.

Nach einer ausgiebigen Verkostung des Jamón Serrano ging es weiter nach Granada. Hier hatten wir nahe unserer Unterkunft einen Tiefgaragenplatz gebucht, da im gesamten Stadtzentrum das Parken nur auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt ist. Unser Hostel lag nur wenige Meter vom Prachtboulevard unweit der Kathedrale und direkt an der Tapas-Meile. Hier haben wir den Abend in einer der urigen Kneipen bei einem traditionellen Essen, Geli – Ochsenschwanz und ich – Iberisches Schweinefilet, ausklingen lassen.

Für den Freitag hatten wir den Besuch der Alhambra gebucht. Für den Palacios Nazaríes muss man ein Zeitslot buchen, da immer nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern in den Palast gelassen wird. Wir hatten unsere Besuchszeit für 15:00 Uhr. Nach dem Frühstück ging es los, leider kam jetzt auch der angesagte Regen, der sich im Laufe des Tages noch deutlich verstärken sollte.

Die Alhambra ist eine bedeutende Stadtburg auf dem Sabikah-Hügel von Granada, die als eines der bedeutendsten Beispiele des maurischen Stils der islamischen Kunst gilt. Die Alhambra ist eine der meistbesuchten Touristenattraktionen Europas und seit 1984 Weltkulturerbe. Entsprechend voll war es auch trotz der Jahreszeit und dem Schmuddelwetter.

Nachdem man die Anlage betritt, öffnet sich ein wunderschön angelegter Park, der in vielen unterschiedlichen Themenbereichen angelegt ist. Viel Wasser, ob in Brunnen, Teichen, künstlich angelegten Becken oder Wasserläufen findet man an jeder Ecke.

Der Gesamtkomplex der Alhambra kann grob in vier Teile unterteilt werden: Der Generalife außerhalb der Festungsmauern, die Medina, die Paläste der Naṣriden und die Alcazaba (Zitadelle). Oberhalb des Generalife befinden sich die Ruinen der Silla del Moro (‚Sitz des Mauren‘, auch Castillo de Santa Elena), darüber, auf dem Gipfel des Cerro del Sol, befindet sich das Dār al-ʿarūsa (‚Haus der Braut‘).

Lageplan Alhambra

Und dann hat man immer wieder von der Stadtmauer oder von den Wehrtürmen eine ganz besondere Aussicht auf die Stadt und die Sierra Nevada.

Schön, dass sich Meteorologen auch mal irren können. Gegen Mittag ließ der Regen nach und ab und zu kam auch mal die Sonne durch 😊. Gleich sah alles noch viel schöner aus.

Zum Ende eines anstrengenden Tages stand dann der Besuch Palacios Nazaríes an. Der Palast ist einer der besterhaltenen maurischen Paläste. Kaum zu beschreiben, spiegelt sich doch hier eine für uns fremde Kultur wieder. Von daher sagen Bilder mehr als Worte.

Für den Samstag stand die Besichtigung Albaicín an, dem ältesten Viertel der spanischen Stadt Granada. Jetzt spielte auch das Wetter wieder mit. Der Himmel wolkenlos, die Temperaturen leider am Morgen nur bei 5°C.

Die meisten Gebäude in Albaicín sind ein Zeugnis aus der Zeit der maurischen Besiedlung. Einige Mauerreste stammen hingegen noch aus der römischen und iberischen Ära. Von Albaicín aus hat man einen herrlichen Blick auf die Alhambra und die Berge der Sierra Nevada, die in der Nacht vom ersten Schnee bedeckt wurden.

Darüber hinaus ist der Stadtteil selbst aufgrund seiner romantisch verwinkelten Gassen einen Besuch wert. Seit dem Jahr 1994 steht das idyllische Viertel, das sowohl von christlichen als auch islamischen Einflüssen geprägt ist, in der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO.

Albaicín 

Am Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Almerimar. Als wir ankamen, lag unsere BIJOU friedlich wie immer auf dem Ententeich, als wäre nichts gewesen. Für uns waren es drei wunderschöne, anstrengende Urlaubstage in einer Stadt, die man unbedingt mal gesehen haben muss.