Von der Küste bis zur Wüste – eine Reise durch Marokko

Von der Küste bis zur Wüste – eine Reise durch Marokko

13. Mai 2024 0 Von Hans

Tag 7: Marrakesch

Für heute bleibt das Auto stehen, denn wir haben den ganzen Tag, um uns die Altstadt von Marrakesch anzusehen. Mohammed hatte für den Vormittag zwei Programmpunkte in seinem Angebot – die Besichtigung des Palais Bahia und eine Kutschfahrt. Für den Nachmittag stand dann der Rundgang durch den Souk von Marrakesch an.

Der Palais Bahia wurde 1886 von Si Moussa einem hochrangigen Berater des Sultans erbaut und 1890 von seinem Sohn Bou Ahmed erweitert. Bou Ahmed lebte hier mit seinen vier Ehefrauen und – so sagt man – zwei Dutzend Konkubinen. Der Palast sollte der prunkvollste sein, den Marrakesch je hatte, und so nannte man ihn „al Bahia“ (der Strahlende).

Heute ist der Palast im Besitz des marokkanischen Königs, der hier häufig Staatsgäste beherbergt. Das ist auch der Grund, weshalb die meisten der 150 Zimmer nicht zur Besichtigung offenstehen.

Sehr gut kann man im Palais Bahia den typisch marokkanischen Palastbaustil erkennen: strenge Symmetrie der Zimmer, Hallen und Höfen. Damit soll eine Verbindung von Himmel, Wasser (dank der Brunnen) und der Erde (in den Innenhöfen) entstehen und so innerhalb der Palastmauern das Paradies symbolisieren.

Der Rundgang beginnt in einem Innenhof mit einem Brunnen im Zentrum.

Von hier gehen mehrere Empfangsräume ab. Diese sind mit wunderbaren Deckenmalereien und aufwendig gestalteten Kacheln und Stuckarbeiten ausgestattet.

Dahinter schließt sich ein zweiter Innenhof an, der durch Orangen- und Bananenbäume, sowie Jasminbüsche auffällt. Hier befinden sich die einstigen Räume der Lieblingsgattin sowie die anderen Frauengemächer.

Nach dieser interessanten Zeitreise geht es jetzt mit der Pferdekutsche durch die Stadt. Da auch Pferdekutschen nicht durch die engen Gassen der Altstadt fahren können, verlassen wir diese durch eines der prunkvollen Stadttore. Die Kutschfahrt geht über die Haupteinfallsstraßen in das weltoffene Marrakesch, mit seinen Grand Hotels und Einkaufscentren, vorbei an schön angelegten Parkanlagen. Nach einer Stunde kamen wir wieder an unserem Ausgangspunkt an. Alle vier waren wir der Meinung, diese Fahrt hätte man sich sparen können.

So waren wir froh, dass es nach einem kleinen Mittagsnack gleich in den Souk ging. Der Besuch des Souk ist ein absolutes Muss und es gibt wohl niemanden, der sich der Faszination des Souks von Marrakesch entziehen kann. Es ist ein berauschendes Farb- und Formenspektakel, ein Sog, gegen den man nicht ankämpfen kann. Die Händler zu erleben, durch die engen Gassen zu schlendern und den Handwerkern beim Schmieden, Hämmern, Färben und Schnitzen zu zusehen ist eine wahre Freude. So gut wie gar nicht werden wir bedrängt, etwas kaufen zu müssen. Und wenn, war es mit einem „NO“ abgetan.

Für den Abend hatte Mohammed dann noch etwas ganz Besonderes für uns vorgesehen. Ein Abendessen in einem besonderen Restaurant. Schon beim Eintritt in das Restaurant waren wir von der Größe und den prunkvollen Räumlichkeiten beeindruckt. Mehre riesengroße Speisesäle reihten sich aneinander.

Wir wurden zu unserem reservierten Tisch begleitet und waren überrascht, wie schnell sich der große Saal füllte. Nachdem die Getränke gereicht waren, spielte erst einmal eine Folkloregruppe auf.

Zwischen Vor- und Hauptspeise gab es dann einen ersten Augenschmaus: Drei adrette Damen legten einen marokkanischen Bauchtanz auf die Bühne, wobei kräftig mit dem Po und den Brüsten gewackelt wurde und das mit einem Kerzenleuchter auf dem Kopf.

Mitten im Hauptgericht wurde ich dann von einer Tänzerin zum Tanz aufgefordert. Bei dem Anblick lässt man dann doch schon mal das Essen ein wenig kälter werden, dafür wird es selbst einem ganz schön heiß.

Das war ein richtig schöner Abend, bei gutem Wein und Essen und der traditionellen marokkanischen Unterhaltung. Es war der angemessene Abschluss unserer Rundreise.

Morgen geht es dann über Essaouira zurück nach Agadir.