Die BOOT war teuer …

31. Januar 2019 0 Von Hans

Zwei Tage waren wir auf der BOOT in Düsseldorf und sind aus der Halle 11 (Ausrüstung) nicht herausgekommen. Zu lang war unsere ToDo-Liste. Über die größeren Projekte haben wir viel Zeit mit Gesprächen verschiedener Anbieter geführt, um abschließend, nach einer intensiven plus-/minus Abwägung, eine Entscheidung zu treffen. Das waren im Einzelnen:

Umrüstung auf LiFePO4-Service-Batterien

Die 660 Ah Gel-Batterien werden auf 600 Ah (3 x 24 V / 200Ah) LiFePO4-Batterien von VICTRON umgestellt. Klingt einfach, ist es aber nicht! Hier muss ein ausgeklügeltes BMS (Batterie-Management-System) integriert werden, das dafür sorgt, dass die teuren Li-Batterien nicht über- und nicht tief entladen werden. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass das vorhandene Equipment integriert wird. Da sowohl das Ladegerät als auch die Inverter von VICTRON verbaut sind, werden wir die gesamte Installation in einer Linie ausführen. Somit ist gewährleistet, dass die Subsysteme über die VICTRON-Schnittstellen auch problemlos miteinander kommunizieren. Mit TRANSWATT ist abgesprochen, dass sie in den nächsten Tagen ein Gesamtkonzept erarbeiten, wo auch alle weiteren Energieerzeuger wie die Solarmodule, der Windgenerator und der Hydrogenerator integriert werden.

Wir fahren in den nächsten Tagen nach Stavoren zur BIJOU , um erst einmal einen Platz für die LiFePO4-Batterien zu finden. Gar nicht so einfach bei den Maßen von 631 x 208 x 317 mm. Dafür haben wir von VICTRON einen Dammy-Block angeboten bekommen, was sicherlich sehr hilfreich sein wird.

Über den weiteren Verlauf werde ich dann in einer neuen Rubrik TECHNIK berichten.

Watermaker

Auch hier wird man von der Anzahl der verschiedenen Hersteller und Produkte erschlagen. Aber genau aus diesem Grunde sind wir ja auf der BOOT.

Die erste Entscheidung. die wir getroffen haben, war gegen eine Anlage mit Energierückgewinnung. Nur auf den ersten Blick ist diese Anlage Energie effizienter. Berücksichtigt man aber die deutlich höhere Spülmenge gegenüber konventionellen Anlagen, relativiert sich die Energiebilanz.

Bedenkt man dann noch, dass die Wassermacher mit Energierückgewinnung aufgrund ihrer Bauart deutlich komplizierter und aufgrund der ganzen Elektronik auch deutlich fehleranfälliger sind, erübrigt sich die Diskussion in meinen Augen.

Somit sollte es eine konventionelle Anlage mit Hochdruckpumpe sein, in der Größenordnung von 50- 70 l/h. Stellte sich nur noch die Frage 24 V oder 230 V Hochdruckpumpe.

Die 230-Volt-Wechselstromanlagen sind nach meiner Meinung im Vergleich zu den 24 (12)-Volt-Gleichstromanlagen technisch deutlich robuster, stärker belastbar und vor allem weniger wartungsintensiv – beispielsweise haben sie keine verschleißenden Kohlebürsten in den Motoren. Voraussetzung ist natürlich, dass die entsprechende elektrische Leistung zur Verfügung steht. Wir haben an Bord ein Gleichstromsystem mit zwei 24 V / 3000W Invertern.

Damit konnten wir den Kreis der Anbieter weiter reduzieren. Sicherlich hat uns dabei auch der sehr zu empfehlende Beitrag in BLAUWASSER.de von Söhnke Röver geholfen uns eine Meinung zu bilden. Letztendlich haben wir uns für dieses deutsche, sehr solide gebaute Model, den AquaTec AC 65 modular entschieden.

Auch hierüber werden wir sowohl über den Einbau (Mitte des Jahres) als auch über die Erfahrungen berichten.

Hydrogenerator

Um unsere Energiebilanz, die bei ungefähr 200 Ah/Tag liegt, weitestgehend vollständig mit regenerativen Energieerzeugern decken zu können, fehlte uns noch ein weiterer Energieerzeuger.

Die Flächen, die sich für das Anbringen von Solarmodulen eignen, sind mit zusammen 540 Wp auf unserem Schiff ausgeschöpft. Hinzu kommt ein Windgenerator mit max. 400 A Leistung. Fehlten uns – insbesondere unter Segel – rund 50 -80 Ah/Tag Energie. Diesen Energiebetrag schaffen realistisch die Hydrogeneratoren der neusten Generation. Auf dem Markt sind die Alternativen an Anbieter im Vergleich zu anderem Equipment (siehe Oben) dann aber nicht besonders groß.

Neben dem Watt&Sea, der eine sehr hohe Energieausbeute verspricht, sind wir auf ein Schweizer Produkt gestoßen, dem SWI-Tec Hydro Charger. Auch hier haben wir intensiv die Vor- und Nachteile abgeglichen, Meinungen von Langfahrtseglern eingeholt und auf der BOOT beide Modelle, insbesondere auf ihre Stabilität hin in Augenschein genommen. Hier machte uns der SWI.Tec, insbesondere was die Stabilität der Aufhängung am Spiegel angeht, den weitaus besseren Eindruck. Überzeugt hat auch, dass in der Deluxe Variante eine Vorrichtung installiert ist, die den Hydo Charger bei Kollision mit einem Gegenstand hochklappen lässt. Letztendlich entscheidend war dann für uns, dass der Laderegler auch Lithium-Batterien laden kann.